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Es ist schon Wahnsinn sich solchen Strapazen auszusetzen!

Die Zahlen sind geradezu furchteinflössend knapp 1700 km und mehr als 26 000 Höhenmeter in weniger als 14 Tagen zu fahren. Da denkt man als erstes: „Wie ist das zu schaffen!? Wer macht bitte so etwas freiwillig? Die Bedingungen im Tien-Shan Gebirge sind extrem,  die Wetterverhältnisse, die Höhe, die Kälte. Da muss man ja nicht alle Latten im Zaun haben, sich so etwas anzutun! 

Klar es scheint verrückt, zählte aber ohne Zweifel zu den bisherigen Höhepunkten in meinem Leben! Ziemlich großer Satz! Aber wenn ich mit meinen Gedanken spiele und reflektiere wie ich mich während dieses Rennens, dieser Reise, diesem Abenteuer gefühlt habe, unbeschreiblich!

Ich bin davon überzeugt das es nicht verkehrt ist zu leiden, für etwas oder jemanden den man liebt. Heißt ja nicht umsonst Leidenschaft. Meine ist das Fahrradfahren, diese Passion, die ich mit so vielen Menschen teile. Das Glücksgefühl auf dem Rad zu sitzen, zu wissen man bestimmt alles selbst, man erarbeitet alles selbst ist unbeschreiblich.

Im Kontakt mit den Elementen und sich selbst

Den Wind zu spüren, die Kälte am Morgen,, die Wärme, die danach einsetzt und man innerlich der Natur dankt. An wilden klaren Bächen, dem Gluckern, Rauschen oder Tosen lauschen. Staunend und schlicht fasziniert Gestein dabei beobachten, wie es in der Morgensonne ein vereistes Schneefeld hinunterdonnert. Welche Kraft, welche Erhabenheit. Flirrende Hitze in sand-und brauntönernen Tälern, an ausgetrockneten Flussläufen entlang keuchend, den einzigen aktiven Lebenden in diesem verwüsteten Tal zuzuschauen und bei sich zu denken, ja ihr Geckos, ja ihr Heuschrecken und ja ihr Eidechsen, ihr seid wirklich ein Produkt eurer Umwelt. Wer könnte nicht von Charles Darwins Formulierungen überzeugt sein. 

 

Unendlich scheinende Weite, die einen einzunehmen scheint 

Abfahrten die jedes Quäntchen an Konzentration in Anspruch nehmen. Es ist diese Absolutheit im Sein, die einen in Jubelstürme versetzt, zu Tränen rührt, verzweifeln lässt oder in rasende Wut versetzt. Doch kehrt schnell die Einsicht ein, dass die Natur keine Persönlichkeit hat, dass es viel mehr eine Frage des Selbst ist, der eigenen Schwäche, der eigenen Stärke, der eigenen Kraft! Es ist eine Reise in einem selbst, ein Kampf in einem selbst und bezwungen werden Zweifel, Ängste und Sorgen. Eine Entschlossenheit, die alles möglich macht, wurde frei, ich wurde frei! Und doch am Schluss steht unberührt die Natur. Diese Intensität, diese Absolutheit ist es, die dieses Rennen für mich ausgemacht hat und das ich bisher umsetzen kann und weiterhin suchen werde. 

 

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